Interkulturelles Begegnungs- und Lerncafé
Projekt zur Förderung interkultureller Stadtteilarbeit
In der östlichen Innenstadt leben Migranten und Deutsche zu etwa gleichen Teilen auf engem Raum neben einander. Kontakte untereinander finden kaum statt, nachbarschaftliche Hilfe wird mehrheitlich innerhalb der eigenen Ethnie geleistet. Das gilt auch für die
unterschiedlichen Nationalitäten der Migranten.
Hier will das Projekt ansetzen und über
gemeinsame Qualifizierungen mehr Miteinander schaffen. Das Projekt hat das Ziel,
Migranten und deutschen Bewohnern, die mehrheitlich von staatlichen Hilfen abhängig sind,
die Möglichkeit zu geben, sich regelmäßig zu treffen und miteinander und voneinander zu
lernen. Die gemeinsamen Lernprozesse unterstützen den Prozess zur ökonomischen
Unabhängigkeit.

Geplant sind Projekte, die der persönlichen Qualifizierung dienen und gleichzeitig die soziale Integration für alle Beteiligten unterstützen. Dabei sollen sich im Begegnungs- und Lerncafé die Biografien von Migranten und Deutschen durch Erzählungen, Fotoausstellungen, Hörspielen u. ä. gegenseitig vorgestellt werden.
Die Mitglieder der Mehrheits- und Minderheitsgesellschaft sollen eine Plattform erhalten, um die Erfahrungen auszutauschen oder Kenntnisse über kulturspezifische Fertigkeiten zu bekommen. Im Zentrum steht dabei die Entwicklung von Offenheit und Toleranz gegenüber dem Kulturwissen und den Kulturgütern der jeweils anderen. Im Rahmen der interkulturellen Arbeit des „Interkulturellen Begegnungs- und Lerncafé“ werden vom 01.10. 2007 bis 30.06.2008 die unten aufgeführten Aktivitäten durchgeführt, die in der Arthur-Zitscher-Straße 22, (Sozialstation der AWO) stattfinden.
Die Frühstücksgruppe findet montags 10.00 – 12.00 Uhr statt.
Arbeitsschwerpunkt ist: Biografiearbeit durch Erzählen und aktives Zuhören und Dokumentation
Diese wird von Frau Bahar Suvakci geleitet. Frauen der Kita der Ev. Schlosskirchgemeinde, kommen nach den Osterferien auch zu diesem Treff. Hier treffen sich Frauen zum Frühstück und unterhalten sich über Themen aus ihrem Alltag. Dabei geht es um Erziehung, Gesundheit, Beruf, Nachbarschaft und Allgemeines. Es werden auch teilweise Tagesfahrten gemacht. In Kooperation mit pro familia, haben die Frauen auch Fachreferate / Gesprächskreise über die o.g. Themen durchgeführt, die Frau Perihan Öksüz leitete. Durchschnittlich 15 Frauen kommen regelmäßig hierher.
Der handwerkliche Workshop findet ebenfalls Montag von 15.00 – 17.00 Uhr statt.
Der Schwerpunkt ist, dass die Gruppenmitglieder ihre im Heimatland gelernten handwerklichen Fertigkeiten gegenseitig vorstellen.
Dieser wird von Frau Sonja Mlyanarska geleitet. Das Ziel dieses Workshops ist es, dass die Teilnehmer ihre eigenen handwerklichen Fähigkeiten vorstellen. Und diese den anderen Teilnehmern, in Schnupperworkshops, zeigen und vermitteln. Es sind auch Museumsbesuche geplant. Hier haben die Workshopteilnehmer Töpferarbeiten, Tellermalereien, Glasmalereien, Acrylmalereinen und Postkartenbearbeitung ( für das Opferfest / Ostern) durchgenommen.
Die Lernwerkstatt Türkisch ist donnerstags 18.00 – 20.00 Uhr. Diese wird von Frau Selma Bugazcioglu geleitet. Hier werden die Grundkenntnisse Türkisch, landeskundlicher Unterricht und kulturelle Themen behandelt.
Es geht in diesem Schnupperkurs darum, dass die Teilnehmer einen groben Eindruck der Türkei, deren Bewohner und deren kulturelle Vielfalt bekommen. Dieser Kurs dient auch als Vorbereitungskurs für die Sprach- Kultur und Bildungsreise in die Türkei. Mitte Januar wurde der Kurs eingestellt und als Alphakurs weitergeleitet.

Die Lernwerkstatt Alpha findet jeden Donnerstag von 10.00 – 12.00 Uhr, ab Mitte Januar statt.
Die Lernwerkstatt Deutsch findet jeden Donnerstag von 15.00 – 17.00 Uhr statt. Diese wird von Frau Hayriye Gürler geleitet. In dieser Lernwerkstatt festigen die Teilnehmer ihre Schreib-, Lese- und Kommunikationsfähigkeiten und bauen diese auch aus. Diese werden in Form von Collagen, Interviews, Hörspielen, Kurzerzählungen usw. trainiert.
Als Endziel sollen die Mitglieder dieser beiden Gruppen eine Radiosendung aufzeichnen.
Der Kaffee- und Teenachmittag und Tagesfahrten findet jeden Mittwoch 15.00 - 17.00 Uhr statt. Dieser wird ebenfalls von Frau Suvaci geleitet. Dieser Treff Ist das Kernstück oder die Schnittstelle des Gesamtprojektes. Hier treffen sich die Teilnehmer der Workshops, Ratsuchende der Migrationsberatung und andere Interessierte aus Offenbach zum regelmäßigen Austausch. Es werden gemeinsame Tagesfahrten unternommen oder Feste geplant und durchgeführt. Durchschnittlich nehmen an diesem Mittwochstreff rund 15 – 20 Personen teil. Gemeinsam haben wir auch die Ausstellung „Rosenstraße“ besucht. Hier haben wir generationsübergreifend dieses Thema erörtert und diskutiert.

Es wurden Tagesfahrten nach Wiesbaden (Besuch des Landtags entfiel leider kurzfristig), Ludwigshafen (Besuch des ausgebrannten Hauses, in dem ca. 11 Menschen starben: Thema: Ausländerfeindlichkeit) und Köln (Besuch des Doms: Bedeutung als Gotteshaus und Gebete der muslimischen Frauen) und gemacht. Es haben über 145 Personen an diesen Fahrten teilgenommen.
Die Teilnehmer der e. g. Workshops haben zusammen eine Lesung zum Thema „Offenbacher Migranten lesen eigene Anekdoten und Gedichte vor“ organisiert und durchgeführt. Diese Werke wurden in einem Reader gedruckt. Gleichzeitig nahmen die Autoren auch an dem Projekt „Schreibwettbewerb –Migantenkoffer des Förderprogramms "Lokales Kapital für soziale Zwecke" teil. Die Lesung wurde mit musikalischer Gitarrenbegleitung Hüseyin Saltuks durchgeführt.
Ferner ist ein Fotoworkshop, mit dem Themenschwerpunkt Lebensbiografie geplant. Die Grundlagen des Fotografierens und der Umgang mit dem Fotoapparat soll gelernt werden.
Auch hier steht die Lebensbiographie im Mittelpunkt.
Kontakt:
Ali Karakale
Tel.: 069 - 98194010
E-mail: Alikarakale@web.de
Träger:
Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Offenbach Stadt e.V
Integrationsdienste
63071
Offenbach
Waldstr. 351
Tel.: 069 98194010
Fax: 069 98194011
Mail: Alikarakale@web.de






