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LOS-Netzwerk östliche Innenstadt Offenbach


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Menschen beteiligen - Strukturen vernetzen - Eigeninitiative stärken

Ein stilisiertes Netzwerk. In den Knotenpunkten die einzelnen Projekte. Im Zentrum eine Menschengruppe, die ruft: "Wir legen los!"

 

"Lokales Kapital für soziale Zwecke" ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Senioren, Familie und Jugend (BMFSFJ) mit finanzieller Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF). In Hessen wird das Programm in Kommunen und Landkreisen durchgeführt, die geförderte Gebiete zur städtebaulichen Erneuerung ausweisen können - in Offenbach die "Östliche Innenstadt". Dieses Erneuerungsprogramm HEGISS (Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt) wird durch Förderprogramm "Lokales Kapital für soziale Zwecke" mit sozialen Maßnahmen im Gebiet flankiert.

"Lokales Kapital für soziale Zwecke " - was soll das eigentlich heißen?

Dahinter versteckt sich eine wirklich gute Idee: Sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen dabei zu helfen, für sich neue Wege in Selbstständigkeit und Arbeit zu finden. Besondere Unterstützung erhalten Menschen nichtdeutscher Herkunft. Integration und Qualifizierung werden mit Inhalten gefüllt, denen in 17 Projekten Taten folgen. Jedes dieser Mikroprojekte versucht in einem ganz speziellen Bereich, die Ziele im Stadtteil mit den Einwohnern gemeinsam umzusetzen.

Was sind die Hauptziele vom Förderprogramm "Lokales Kapital für soziale Zwecke "?

Aktivierung der Potenziale vor Ort:
  • Menschen im Stadtteil fördern und ihre Eigeninitiative stärken.
  • Sich für ihre persönliche Qualifizierung bzw. ihre Arbeitsmarktfähigkeit einsetzen.
  • Kompetenzen zur selbstständigen Lebensführung entwickeln und in der Umsetzung kreative und innovative Wege beschreiten.
  • Im Stadtteil Träger und lokale Initiativen unterstützen, die Menschen bei diesen Prozessen behilflich sind.
Verbesserung der sozialen und beruflichen Qualifikation:
  • Wer von sozialer Deklassierung bedroht oder betroffen ist, soll bereitgestellte Chancen für sich nutzen, um sich qualifizieren oder beruflich integrieren zu können.
  • Das Aufbrechen von sozialer Isolation und diskriminierender Ausgrenzung als Grundlage für einen offenen Blick auf eigene Chancen und das Vertrauen in die eigene Kraft.
Verbesserung der Integrationsbedingungen:
  • Demokratisches Verhalten und ziviles Engagement stärken und Ausgrenzung und Diskriminierung verhindern. Die Anforderungen des Gender Mainstreaming und damit der Geschlechtergerechtigkeit sollen dabei erfüllt werden.
  • Die Stärkung der Nachbarschaften, die Förderung der Konfliktfähigkeit und der Fähigkeit zur Selbsthilfe als wichtige Bestandteile einer funktionierenden sozialen Stadt.

Wie können diese Ziele erreicht werden?

Mit den Akteuren wird ein lokaler Aktionsplan erstellt. Dieser muss für jedes Förderjahr fortgeschrieben und aktualisiert werden. Die Bedürfnisse der Menschen in der Östlichen Innenstadt sind handlungsleitendes Element. Aus den Aktionsplänen heraus werden jährlich Mikroprojekte entwickelt, die mit unterschiedlichen Gruppen und Trägern durchgeführt werden. Für das jetzige 5. Förderjahr gibt es in Offenbach 17 Mikroprojekte. Alle sind in einem Netzwerk miteinander verbunden. So wird zwischen den Projekten der Erfahrungsaustausch und eine projektübergreifende Zusammenarbeit gewährleistet.

 



Fünf Jahre Programm „Lokales Kapital für soziale Zwecke“
in Offenbachs östlicher Innenstadt

Auswertung Lokaler Aktionsplan 2003- 2007:

 

1. Einleitung:


Seit nunmehr fünf Jahren gibt es das Förderprogramm  „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ in Offenbachs östlicher Innenstadt. Die Federführung zur Durchführung hat das Jugendamt, das die Koordinierungsstelle ausweist.

Das Programm  wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.
Der Europäische Sozialfonds ist der Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigung durch Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, des Unternehmensgeistes, der Anpassungsfähigkeit sowie der Chancengleichheit und der Investitionen in die Humanressourcen.

Das Programm wird nur in Kommunen und Landkreisen durchgeführt, die geförderte Gebiete der “Sozialen Stadt“ ausweisen können. Das Programm flankiert so die städtebaulichen Erneuerungen mit sozialen Maßnahmen im Quartier.
Die Generalziele  des Programms sind neben Aktivierung und Integration die Verbesserungen der Chancen auf dem Arbeitsmarkt von benachteiligten Menschen im Quartier.

Mit unterschiedlichen Akteuren des Stadtteils und dem Begleitausschuss als zentralem Steuerungsinstrument wird ein jährlicher lokaler Aktionsplan erstellt. An der Erstellung des lokalen Aktionsplanes waren in Offenbachs östlicher Innenstadt verschiedenste Gruppierungen (Begleitausschuss, Trägervertreter, Runde Tische und interessierte Bürger, Zielgruppenvertreter, Politik und Ämter aus dem Stadtteil) beteiligt und haben sich im konsensualen Verfahren auf wesentliche Aussagen und Inhalte verständigt.
Die Bedarfe der Menschen im Quartier waren  dabei handlungsleitendes Strukturelement.

Aus den Aktionsplänen heraus wurden jährlich Mikroprojekte entwickelt, die von unterschiedlichen Trägern mit unterschiedlichen Zielgruppen durchgeführt werden.

Im Folgenden werden wir den Verlauf der Programmumsetzung und die Entwicklung des Stadtteils und seiner darin lebenden Bevölkerung während der gesamten Förderperiode (2003- 2008) des Programms „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ nachzuzeichnen versuchen.

Die Entwicklungsziele aus den jährlichen Aktionsplänen bilden die Grundlage für die Bilanzierung.

Die jeweiligen Entwicklungen werden unter folgenden Schwerpunktthemen dargestellt:

  • Problemlagen
  • Entwicklungsziele und Beschäftigungswirkung
  • Fazit

 

2. Problemlagen

2003/2004: 1. Förderjahr
In der Programmregion wohnen viele Menschen (ca. 12.000) auf vergleichsweise engem Raum. Durch die Konzentration fremder Ethnien sind die sozialen Spannungen größer als in anderen Stadtteilen. Dies hat mit unterschiedlichen kulturellen Traditionen und kulturell differierenden Modi der Konfliktregelung ebenso zu tun wie mit der Gefahr der sozialen Ausgrenzung (hohe Sozialhilfedichte, Arbeitslosigkeit etc), die als individuelle Bedrohung erlebt wird.
Ein weiterer wichtiger Indikator für Verdichtung von Problemlagen und Desintegration von großen Bevölkerungsteilen der Offenbacher Innenstadt ist der hohe Bevölkerungsumschlag. In Teilräumen (Programmregion) wird die Gesamtpopulation statistisch innerhalb von 5 Jahren einmal umgeschlagen.
Migranten haben oft große Schwierigkeiten, sich in der als fremd erlebten Kultur zurecht zu finden, beherrschen die deutsche Sprache nur unzureichend und haben wenig Möglichkeiten, ihre heranwachsenden Kindern bei der Integration und bei der Berufsfindung zu unterstützen. Die Frauen haben wenig berufliche Orientierung und somit schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, alleinerziehenden Müttern fehlen Kinderbetreuungsplätze. Fehlen bei den Mädchen oft die Berufsbilder und das Vertrauen, auch in nicht weiblich dominierten Berufsfeldern erfolgreich zu sein, so fehlt  bei den Jungen oft der realistische Blick auf die eigenen Potenziale. Ketten von schulischen Misserfolgen gepaart mit kulturellen Brüchen, kriminellen Verfehlungen, Drogenkonsum etc. etablieren bei ihnen einen eigenen Status der "Looser", der gesellschaftliche Teilhabe ausschließt und den Blick auf vorhandene Chancen reduziert. Nichtdeutsche Jungen und junge Männer sind aktuell die hauptsächlichen Verlierer in der Leistungsgesellschaft.  Im Rahmen der Jugendberufshilfe wird beobachtet, dass trotz verstärkter Hilfen die Integration in den ersten Ausbildungs- und Arbeitsmarkt immer schwieriger wird. Der Übergang Schule/Beruf wird immer seltener ohne aktive Hilfe und Unterstützung bewältigt.

2004/2005: 2. Förderjahr
In Anbetracht der Tatsache, dass in der Programmregion ca. 12.ooo Menschen leben, gibt es trotz der sichtbaren Erfolge vom Förderprogramm  „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ noch viel zu tun. Die im Erstantrag geschilderten Problemlagen existieren nach wie vor: überdurchschnittlich viele Menschen sind abhängig von staatlichen Transferleistungen.
Die Aktivitäten in den Projekten haben dazu beigetragen, dass die soziale Integration von  vielen Menschen aus dem Stadtteil positiv beeinflusst werden konnte: Nachbarschaften entstanden, die Identifikation mit dem Stadtteil ist gewachsen. Damit hat die Problemlage „hohe Fluktuation“ eine Gegenbewegung bekommen. Die erreichten Menschen melden zunehmend neben ihren erklärten Kontaktwünschen ihre Bedarfe an Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen an. Dies gilt insbesondere für die Gruppe der Migrantinnen.
Für die Zukunft ist es wichtig, in Kontakt zu den jungen arbeitslosen Männern im Stadtteil herzustellen, die bisher noch nicht gut erreicht worden sind.

2005/2004: 3. Förderjahr
Erkennbar ist ein großer Motivationsschub im Zielgebiet bei den jungen Migrantinnen. Sie nehmen die Angebote zur Qualifizierung und zur Vorbereitung einer Erwerbsarbeit gerne an.
Sicher trägt dazu auch die Veränderung durch das SGB II bei, wonach es keine Erwerbsgemeinschaften mehr gibt, und die Frauen ebenfalls zum Familieneinkommen beitragen müssen. Die Angebote zur Aktivierung und zur Vorbereitung einer Erwerbsarbeit haben sich bestens bewährt. Die Aufgabe, die Menschen in den Arbeitsmarkt zu vermitteln liegt ab jetzt eindeutig bei den Arbeitsgemeinschaften nach SGB II, in Offenbach bei der MainArbeit GmbH. In Absprache übernimmt das Programm „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ die Aufgabe im Zielgebiet, Menschen, die aufgrund vielfältiger Hemmnisse nicht in der Lage sind, den Anforderungen eines geregelten Erwerbslebens zu entsprechen oder die notwendigen Voraussetzungen (z.B. fehlende Sprachkenntnisse) nicht haben, auf die Sprünge zu helfen.
Nach wie vor besser erreicht werden müssen die arbeitslosen jungen Männer, die Gruppe der jungen Migrantinnen ist überdurchschnittlich gut erreicht worden, ebenso die nichtdeutschen männlichen Jugendlichen in den Schulen.

2006/2005: 4. Förderjahr
Die männlichen jugendlichen Migranten sind die nach wie vor bedürftigste Zielgruppe. Ihre schulischen Erfolge sind schlecht, ihre Ausbildungssituation katastrophal. Mittlerweile haben sie dank der Ergebnisse aus den Mikroprojekten und dank der Bemühungen weiterer Träger im Stadtteil ein breites Freizeit-, Bildungs- und Beratungsangebot. In den Projekten des Programms „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ bekommen sie die Gelegenheit, ihre sozialen Kompetenzen zu stärken, Schlüsselkompetenzen aufzubauen und auf kreative Weise ihren Bildungshorizont zu erweitern.
Die Aktivierung der Mütter im Stadtteil, vornehmlich der Migrantinnen, schreitet gut voran, ein Pool von Multiplikatorinnen ist entstanden, der anderen Menschen Brücken zur Integration und gesellschaftlichen Teilhabe schafft.
Sowohl für die Jugendlichen als auch für die Erwachsenen ist der Schlüssel zum Erfolg die Bildung. Lokales Kapital für soziale Zwecke leistet hier einen wichtigen Beitrag.
Eine weitere Voraussetzung für die Verbesserung der beruflichen Anschlussfähigkeit der Zielgruppe ist die Mobilität und Kommunikationsfähigkeit.
Hier setzt das Programm im Stadtteil an und trainiert sowohl die Sprach- und Kommunikationsfähigkeit als auch die Bereitschaft, den Stadtteil zu verlassen und die lange Jahre gepflegte „Burgmentalität“ im Stadtteil aufzugeben. Mobilität und Außenorientierung helfen, dem Abtauchen in eine Parallelgesellschaft entgegenzuwirken.

2007/2008: 5. Förderjahr
Die im Erstantrag genannten Probleme im Stadtteil bestehen nach wie vor: hohe Arbeitslosigkeit, hoher Ausländeranteil, hohe Fluktuation der Wohnbevölkerung, fehlende Bildungsabschlüsse. Natürlich sind über die Projekte des Programms „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ und über die Maßnahmen der „Sozialen Stadt“ im Stadtteil deutliche Verbesserungen geschehen. Viele Menschen haben für ihr Leben und ihre eigenen Perspektiven enorm gewonnen: Integrationsbemühungen tragen Früchte, Bildungsabschlüsse werden erfolgreicher, Menschen finden einen Weg ins Berufsleben und werden gesellschaftlich anschlussfähig.
Im letzten Förderjahr werden nochmals die Angebote für junge Menschen im Stadtteil erhöht. Der immer noch starken Tendenz zu Schulmüdigkeit und fehlenden beruflichen Zielen gerade bei Hauptschülern muss entgegen getreten werden. Vor allem die männlichen Migrantenjugendlichen ziehen sich mehr und mehr aus den  regulären Bildungsangeboten zurück, fühlen sich als Versager und „Looser“ und entwickeln weder eigene Ziele noch übernehmen sie für sich selbst Verantwortung. Die Erfahrungen zeigen, dass solche Jugendlichen am ehesten über schulfremde kreative Angebote aus dem Bereich Sport und Kultur/Musik zu erreichen sind und die dort gemachten Erfahrungen geeignet sind, neue Lernmotivation für mögliche weiter Bildungsgänge zu erwerben.

 

3. Entwicklungsziele und Beschäftigungswirkung

 

2003/2004:   1. Förderjahr
Entwicklungsziele:

Aktivierung
Im Stadtteil vorhandene Ressourcen und Potenziale können zur Verbesserung  des sozialen Miteinanders und zur Verminderung von sozialer Benachteiligung und beruflicher Desintegration aktiviert werden. Vorurteile werden abgebaut, ein respektvoller Umgang miteinander bildet die Basis aller Aktivitäten.
Menschen im Stadtteil qualifizieren sich und stellen ihre erworbenen Kompetenzen anderen Menschen im Stadtteil zur Verfügung. Netzwerke aller Fachkräfte im Stadtteil werden gegründet und verfolgen  das Ziel, gemeinsam und abgestimmt zur sozialen und beruflichen Integration von Menschen beizutragen.

Soziale und berufliche Entwicklung
Der Zugang zu Menschen ohne berufliche Perspektive im Stadtteil wird geschaffen und in Projekten vertieft. Projekte zur sozialen Integration und zur motivationalen Aktivierung bilden die Basis für Optionen auf Ausbildung und Beschäftigung. Alle vorhandenen Bevölkerungsschichten können ein differenziertes Angebot von Lernmöglichkeiten und Bildungschancen ergreifen.
Die lokale Wirtschaft engagiert sich darin, BewohnerInnen, insbesondere MigrantInnen und Langzeitarbeitslosen, Optionen auf Ausbildung oder Beschäftigung zu bieten. Der Weg zur beruflichen Selbständigkeit wird gefördert.

Integration und Gender Mainstreaming
Vorhandene Ausgrenzungen und Diskriminierungen im Lebensalltag, verdichtet durch Benachteiligungen am Arbeitsmarkt, werden zielgruppenspezifisch erschlossen und mit Hilfe von geeigneten Maßnahmen und gezielten Hilfen durch die Netzwerke aufgefangen und verbessert. Mädchen und Frauen, Jungen und Männer partizipieren gleichberechtigt und orientiert an ihren spezifischen Bedarfen an den Entwicklungs- und Qualifizierungsangeboten im Netzwerk.

Beschäftigungswirkung:

Qualifizierung in
  • Neuen Technologien: 8 Projekte

  • Kommunikation und Sprache: 5 Projekte
  • Stärkung eigener Potentiale u. Selbstvermarktungskompetenzen: 7 Projekte
  • Arbeitsmotivation: 5 Projekte
  • Kontakt- und Infobörsen für Job und Ausbildung: 4 Projekte
  • Wege in den Beruf, berufliche Selbständigkeit: 4 Projekte
  • Interkulturelle Kompetenz: 3 Projekte
  • Kontakt Lokale Wirtschaft: 1 Projekt
  • Textverständnis und Textproduktion: 1 Projekt

 

 

2004/2005:        2. Förderjahr
Entwicklungsziele:


Die Ziele des letztjährigen Aktionsplanes gelten weiter, werden jedoch verdichtet:
 
Aktivierung
Mittlerweile sind ca. 250 Menschen in den Projekten als Aktive erreicht worden.
Viele Menschen fragen nach Aufnahme in neue Projekte nach. Nachbarschaften bilden sich, Kontakte werden über die geschaffenen Treffpunkte geknüpft. Neue Träger aus dem Stadtteil bewerben sich um Mikroprojekte.
Ziel ist es, das Spektrum der Aktiven zu vergrößern und Kontakt zu den im Stadtteil lebenden Migranten-Communities aufzubauen und sie zur Mitarbeit zu gewinnen.

Soziale und berufliche Integration
Männliche Jugendliche und junge Erwachsene: Evidentes Gefährdungsmoment  neben fehlenden Schulabschlüssen sind einerseits mangelhafte Deutschkenntnisse und andererseits fehlende soziale Kompetenzen und kulturell geprägte Rollenzuschreibungen.
Ziel ist es, ihnen Erfolgserlebnisse zu verschaffen, die sie motivieren, ihr Leben aktiv zu steuern, ihre Kommunikations- und Gruppenfähigkeiten zu stärken und ihnen mit Information und Beratung zur Seite zu stehen.
Weibliche Jugendliche, junge Frauen und Mütter. Die Gefährdungsmomente sind unterschiedlich: es gibt junge Frauen mit schlechten Sprachkenntnissen, geringen beruflichen Zielsetzungen, Rückzug auf Familie und Kinder. Es gibt starke kulturell bedingte biografische Brüche, die eigene Lebensentwürfe erschweren und die Herausbildung von Identität verhindern.
Ziel ist es, sie sprachfähig zu machen, ihnen Kontakt und Austausch über die ethnische Community hinaus zu bieten, ihnen Beratungs-, Bildungs- und Qualifizierungsangebote zu machen und sie für nicht nur traditionell weibliche Berufsbilder zu interessieren.
Weiteres Ziel ist es, den Zugang zu den Erwerbslosen im Stadtteil zu intensivieren und sie zu aktivieren, sich für ihre Zukunft einzusetzen.

Integration und Gender Mainstreaming
Die Migrantengruppen im Stadtteil sind gut erreicht worden, Kontakte zwischen den unterschiedlichen Ethnien sind entstanden, die Verkehrssprache dabei ist deutsch.
Ziel ist es, den Kontakt zu den erwachsenen Migranten im Stadtteil zu vergrößern und ihnen Angebote mit Treffpunktcharakter zu bieten, um sie aus ihrer oft vorhandenen Isolierung herauszuführen.
Dabei müssen beide Geschlechter im Blick sein, da die jeweilige soziale Situation für beide Geschlechter spezifische Benachteiligungen ausweist.

Beschäftigungswirkung:

Qualifizierung in

  • Entdeckung und Stärkung der eigenen Potentiale:  10 Projekte
  • Kommunikation, Sprachvermögen:  10 Projekte
  • Neuere Technologien:  7 Projekte
  • Information, Beratung, Arbeitsmotivation:  7 Projekte
  • Kontaktbörsen:   6 Projekte
  • Interkulturelle Kompetenz:  6 Projekte
  • Wege in den Beruf, berufl. Selbständigkeit:  5 Projekte
  • Textproduktion:   3 Projekte
  • Handwerkliche und technische Fertigkeiten: 3 Projekte

 

 

2005/2006:        3. Förderjahr
Entwicklungsziele:

Aktivierung- qualifiziertes Netzwerk
Im Stadtteil ist viel Bewegung entstanden, 500 Menschen sind bisher als Aktive erreicht worden.
Die Träger im Stadtteil sind enger zusammengerückt, dadurch sind Synergieeffekte entstanden.
Ziel ist es, dass Menschen die Chance wahrnehmen, gemeinsam mit anderen etwas zu lernen, etwas herzustellen, einen Beitrag für bessere Lebensverhältnisse im Stadtteil zu schaffen, anderen Menschen Hilfestellungen zu geben und sich über ehrenamtliches Engagement zu qualifizieren.

Soziale und berufliche Entwicklung
Menschen sind durch die Unterstützungsleistungen in den Projekten im Arbeitsmarkt gelandet. Wichtigste Voraussetzung dafür ist die soziale Integration. Hier haben die Mikroprojekte wertvolle Beiträge leisten können. Menschen sind darin unterstützt worden, ihre Stärken kennen zu lernen und auszubauen, an sich zu glauben, ihre Kommunikationsfähigkeiten und ihre sozialen Potentiale zu trainieren und realistische Ziele
für ihre berufliche Zukunft zu entwickeln.
Ziel ist es, Erfolgserlebnisse sowohl individuelle als auch in der Gruppe zu schaffen, tolerantes und respektvolles Miteinander zu üben und Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Integration und Gender Mainstreaming
Die Teilnehmer in den Projekten sind überwiegend Migranten, bei den Erwachsenen überwiegend Migrantinnen.
Ziel ist es, in den Projekten die Sprach- und Ausdrucksfähigkeit zu verbessern,  Kontakt zu Schulen, Betrieben, sozialen und kulturellen Einrichtungen herzustellen, um Vorurteile abzubauen und gleichberechtigte Zugänge zu schaffen.

Beschäftigungswirkung:

Qualifizierung in

  • Entdeckung und Stärkung der eigenen Potentiale: 10 Projekte
  • Kommunikation, Sprachvermögen:   9 Projekte
  • Handwerkliche und technische Fertigkeiten:   7 Projekte
  • Wege in den Beruf, berufl. Selbständigkeit:    6 Projekte
  • Interkulturelle Kompetenz:  4 Projekte
  • Kontaktbörsen:  4 Projekte
  • Information, Beratung, Arbeitsmotivation:   2 Projekte
  • Textproduktion:    2 Projekte
  • Neuere Technologien: 1 Projekte

 

 

2006/2007:        4. Förderjahr
Entwicklungsziele:

Aktivierung
Die 39 Mikroprojekte haben bisher ca. 750 Menschen erreicht. Die Möglichkeiten über das Programm „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ haben sich gut im Stadtteil verbreitet, die Menschen kommen mit eigenen neuen Ideen.
Die Zusammenarbeit der Träger hat sich verbessert, man arbeitet im Stadtteil gemeinsam an der Integration eines großen Teils der Bevölkerung.
Ziel ist es, Menschen neue Chancen zu eröffnen, ihr Leben aktiv zu gestalten und dafür Verantwortung zu übernehmen. Wichtig ist, dabei, realistische Pläne zu entwerfen.

Soziale und berufliche Integration
Die 39 Projekte haben einen großen Beitrag geleistet dazu, dass Menschen auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes vorbereitet worden sind und darin qualifiziert worden sind, diesen zu entsprechen. Dazu sind Kompetenzen geschult worden im sprachlichen und kommunikativen Bereich und  innerhalb von Bildungsmodulen. Die prekäre Situation am Arbeitsmarkt kann nicht durch die Arbeit in den Mikro-Projekten beeinflusst werden.
Ziel ist es aber, individuelle Erfolge für eine berufliche Eingliederung vorzubereiten und in Kooperation mit der MainArbeit GmbH (ArGe SGB II) umzusetzen. 

Integration und Gender Mainstreaming:
Die Teilnehmer der Projekte sind überwiegend Migranten. Bei den Erwachsenen dominieren die Frauen. Hier ist Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigene Kraft gewachsen. Das ist über die intensive Multiplikatorenarbeit von Migrantinnen gut gelungen.
Bei den jugendlichen müssen geschlechtsspezifische Lern- und Bildungsvoraussetzungen von Jungen und Mädchen im Fokus sein.
Ziel ist es, die unterschiedlichen geschlechtsspezifischen Bedarfe herauszuarbeiten und in Projekten umzusetzen.

Nachhaltigkeit
Für das vierte Förderjahr ist es wichtig, die Erfolge des Förderprogramms „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ zu sichern und Strukturen zu schaffen, die die nachhaltige Wirkung einzelner Projekte sichern oder verlängern können.
Ebenso ist es ein Ziel, das über das Programm „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ entstandene Netzwerk und die aus der Zusammenarbeit entstandenen Synergien zu nutzen und zu pflegen

Beschäftigungswirkung:

Qualifizierung in:

  • Kommunikation, Sprachvermögen:  12 Projekte
  • Interkulturelle Kompetenz:  12 Projekte
  • Handwerkliche und technische Fertigkeiten: 9 Projekte
  • Wege in den Beruf, berufl. Selbständigkeit:  8 Projekte
  • Entdeckung und Stärkung der eigenen Potentiale: 8 Projekte
  • Textverständnis, Texterfassung:  7 Projekte
  • Information, Beratung, Arbeitsmotivation: 5 Projekte
  • Kontaktbörsen: 3 Projekte
  • Neuere Technologien:  2 Projekte
 
2007/2008:        5. Förderjahr
Entwicklungsziele:

Aktivierung
Die 50 Mikroprojekte haben viel neuen Schwung in den Stadtteil gebracht.
Ca.1000 Menschen als Aktive wurden in den 4 Förderjahren erreicht.
Ziel ist es, Menschen weiterhin zu aktivieren, für sich selbst, aber auch für den Stadtteil Verantwortung zu übernehmen und realistische Ziele zu entwickeln. Dabei stehen weiter die Migrantinnen als auch die jugendlichen männlichen Migranten im Visier der Bemühungen in den Projekten.

Soziale und berufliche Entwicklung
Das Programm „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ hat mit seinen Projekten einen guten Beitrag zur sozialen Integration der Menschen im Stadtteil geleistet. Die berufliche Integration für die Menschen im Stadtteil ist durch die Qualifikationen im meist vorberuflichen Bereich gut unterstützt und vorbereitet worden.
Ziel ist es, dass die Menschen diese gewonnenen Fertigkeiten nutzen, um sich ihren Zielen gemäß auf dem Arbeitsmarkt platzieren zu können, einen Ausbildungsplatz zu finden oder um sich weiter zu qualifizieren. Weiter muss es im letzten Förderjahr ein Ziel sein, die männlichen Migrantenjugendlichen zu motivieren, Bildungsabschlüsse zu machen, nachzuholen und berufliche realistische Ziele zu entwickeln. Dabei brauchen sie motivationsstiftende Angebote und Menschen, die ihr Vertrauen gewinnen und ihnen helfen, ihre Ziele auch umsetzen zu können.

Integration und Gender Mainstreaming
In den 4 Förderjahren ist immer darauf geachtet worden, dass die bedürftigen Zielgruppen im Stadtteil erreicht werden. Das ist bei den jugendlichen männlichen Migranten ebenso gelungen wie bei den erwachsenen Migrantinnen.
Ziel ist es, eine reale Erwerbs- oder Ausbildungsfähigkeit auf der Basis einer bedarfsgerechten geschlechtsspezifischen Vorbereitung zu erreichen und dabei die Geschlechtergerechtigkeit in den Vordergrund zu stellen.

Nachhaltigkeit
Ziel ist es, weiterhin wesentliche Projektinhalte in das Regelangebot der sozialen Institutionen zu integrieren. In erster Linie sind da die Schulen und  die Einrichtungen der Jugendhilfe gefragt, die sich in den letzten Jahren verstärkt in der Elternarbeit engagieren, damit die Bildungsbemühungen der Kinder mit den Anstrengungen der Eltern für ihr eigenes Leben korrespondieren. 

Beschäftigungswirkung:

Qualifizierung in

  • Stärkung eigener Potenziale:  16 Projekte
  • Interkulturelle Kompetenz:  13 Projekte
  • Kontaktbörsen: 12 Projekte
  • Kommunikation:  10 Projekte
  • Wege in den Beruf, berufliche Selbständigkeit: 6 Projekte
  • Handwerkliche und technische Fähigkeiten: 5 Projekte
  • Textverständnis, Texterfassung: 5 Projekte
  • Neuere Technologien: 4 Projekte
  • Arbeitsmotivation über Information, Beratung: 3 Projekte

 

4. Fazit

 

Auch für die Zukunft bleibt viel zu tun in einem Stadtteil mit solch hohen Problemlagen und einer Bevölkerungszahl von ca. 12.000 Menschen.
Wichtig ist hier festzuhalten, dass in den 58 Mikroprojekten insgesamt über 2000 Menschen als Aktive gewonnen werden konnten.
Es gibt heute viel mehr Kontakt im Stadtteil. Menschen haben sich kennen gelernt und gerade die Gruppe der Alleinerziehenden (die auch bei den Migrantinnen eine stetig wachsende Größe darstellt) hat dadurch Wege aus der sozialen Isolierung gefunden.
Die guten Kooperationen zwischen den Stadtteilschulen und den Trägern der Jugendhilfe zeigen sichtbare Erfolge: Lernen macht mehr Spaß, der Einzelne und sein individueller Lernstil, seine Lernmotivation sind stärker in den Blickpunkt gerückt, die kreativen Methoden der Jugendhilfe sind in den Schulen gut platziert worden, teilweise auch im Regelangebot des Unterrichts.
Wichtige Impulse für die gute Entwicklung der Jugendlichen setzen aber immer noch die  Eltern. Die Bestimmungen des SGB II haben den Druck auf die Eltern, arbeiten zu gehen, deutlich erhöht. In vielen Fällen ist hier auch eine positive Bewegung hin zum Arbeitsmarkt entstanden, nicht zuletzt auch durch die eher motivierenden und an den Arbeitsmarkt heranführenden Projekte des Förderprogramms „Lokales Kapital für soziale Zwecke“. In dieser Entwicklung liegt eine wichtige Vorbildfunktion für die Jugendlichen, speziell für die Mädchen, die erleben, dass ihre Mütter an Bildungsmaßnahmen interessiert sind und dabei sind, sich eine selbständige Lebensführung zu erarbeiten. Die Projekte des Programms „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ Projekte haben an dieser Entwicklung im Stadtteil einen sehr hohen Anteil. Hervorzuheben ist hier, dass die wesentliche Zielgruppe in allen Projekten Menschen mit Migrationshintergrund waren. Besonders die Frauen haben sich sehr engagiert auf die Angebote der einzelnen Mikroprojekte eingelassen und viele haben sich auf den Weg gemacht, ihr eigenes soziales und berufliches Leben im fremden Land selbstbestimmt und selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen. Damit leisten sie eine wichtige Vorbildfunktion für ihre Kinder.

Viele Projekte sind als Regelangebote in den Alltag von sozialen Einrichtungen integriert worden.
Herauszuheben sind hier:

  • die Elterntreffpunkte in den Schulen (Mathildenschule, Eichendorffschule, Wilhelmschule),
  • der Elterntreffpunkt im Kinder- Jugend- und Kulturzentrum Sandgasse 26,
  • das Lern- und Begegnungscafe der AWO,
  • die sozialen Trainingskurse mit Hauptschülern (Mathildenschule),
  • die Programme zur Gewaltprävention (alle Innenstadtschulen),
  • das Fußballprojekt an der Bachschule,
  • die mobilen Sportprojekte in der Innenstadt,
  • den Ausbau der Kulturarbeit im KJK Sandgasse (Tonstudio, Off-Rockmobil, Musiktheater)
  • das Patenschaftsmodell für lernschwache Hauptschüler und Azubis,
  • die Stadtteil-Zeitung und die Eltern-Zeitung,
  • der Schreibwettbewerb als literarische Dokumentation von Migrationserfahrungen, die Veröffentlichung der Ergebnisse als Buch,
  • die niederschwelligen Deutschkurse für Migrantinnen,
  • die Integrationslotsinnen an der Wilhelmschule,

Die Trägerlandschaft hat engagiert und gut vernetzt zusammen gearbeitet. Die entstandenen Netzwerke werden eine nachhaltige Wirkung im Quartier entwickeln. Schon jetzt arbeitet das Netzwerk daran, in der Innenstadt eine Elternschule zu etablieren, an der ein ganzes Trägerkonsortium beteiligt sein wird.

Der Begleitausschuss als zentrales Steuerungsinstrument hat für sich folgende Bilanz der Förderung durch das Programm „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ gezogen:

  • Das Programm „Lokales Kapital für soziale Zwecke ist im Stadtteil gut bekannt,
  • es haben sich mehr Träger um Projekte beworben als realisierbar war,
  • die Gruppe der Migrantinnen wurde überdurchschnittlich gut erreicht, alle Projekte in denen sie vertreten sind, thematisieren und trainieren persönliche, soziale und berufliche Selbständigkeit,
  • viele Migrantinnen haben damit begonnen, deutsch zu lernen, die niederschwelligen Angebote der Mikroprojekte haben Mut gemacht, sich für die regulären Deutschkurse der Volkshochschule anzumelden,
  • die Kooperationsbeziehungen zwischen Jugendhilfe in öffentlicher und freier Trägerschaft hat sich in vielen Mikroprojekten vertieft und ausgeweitet und wird auch in Zukunft Bestand haben,
  • die männlichen ausländischen Jugendlichen sind die Gruppe, die die gravierendsten Integrationsprobleme hat und damit den nach wie vor höchsten Förderbedarf verzeichnet, sie sind im Förderprogramm gut erreicht worden und in vielen Fällen erfolgreich in die Schule reintegriert worden oder haben sich am Arbeits- und Ausbildungsmarkt platzieren können,
  • die teilnehmenden Jugendlichen haben großenteils erhebliche Fortschritte in der Schule oder in der Ausbildung gemacht, sowohl im sozialen Verhalten als auch (damit meist gekoppelt im Leistungsbereich.
  • die erwachsenen Männer im Quartier sind nur sehr sporadisch erreicht worden,
  • die Mitarbeit in den Mikroprojekten und der damit einhergegangene persönliche Erfolg innerhalb des kreativen und künstlerischen Angebots hat dazu beigetragen, dass bei der Suche nach einer eigenen Lebens- und Berufsperspektive ein Selbstbewusstseinsschub passiert ist und eine realistische persönliche Planung bei vielen Menschen entstanden ist,
  • vor allem anderen sind die in den Projekten angestoßenen Integrationsbemühungen für das gemeinsame Leben im Stadtteil sehr erfolgreich gewesen.

 

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Gefördert durch:
Bundesministerium für Familie, Soziales, Frauen und Jugend
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Sozialfonds der Europäischen Union

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