Sozialtraining zur Persönlichkeitsstärkung und Konfliktfähigkeit
Verhaltens- und Kommunikationsstörungen entgegen wirken
Kaugummi raus, Hände aus den Taschen, Zuhören können, Ausreden lassen: Eigenschaften, die für viele Menschen selbstverständlich sind. Doch nicht nur das Jugendamt hat beobachtet, dass viele Jugendliche nicht mehr zu einer normalen Kommunikation fähig sind.
Und das hat gravierende Folgen: In einem Bewerbungsgespräch sich nicht erfolgreich mitteilen zu können, keine Ausbildung und keinen Job zu bekommen, ist dann oft die Folge, ganz zu schweigen von massiven Verhaltens- und Kommunikationsstörungen. Diesem Negativtrend entgegen zu wirken, ist erklärtes Ziel dieses
Der Arbeitsmarkt wird immer härter. Jugendliche mit großen sozialen Defiziten haben von vorn herein wenig Chancen, erst recht, wenn die schulischen Noten auch nichts Gutes verheißen lassen. Wo die Schule bei den Schulfächern täglich ihr Bestes versucht, will dieses Projekt es mit den sozialen Mängeln der Jugendlichen aufnehmen. Und das heißt Kampf. Denn es gibt viel zu tun. Es geht um Stärken und Schwächen, d.h. darum, diese herauszuarbeiten, zu erkennen. An den Schwächen der Jugendlichen soll gearbeitet werden,die Stärken gilt es zu fördern.
Das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken, ist ein wesentliches Ziel der Arbeit.
Training sozialer Kommpetenzen
Selbstvermarktung, darum geht es täglich auf dem Arbeitsmarkt.
Sich dort gut behaupten zu können ist nur möglich, wenn der eigene Blick auf sich selbst stimmt. Das Gefühl, etwas zu können, gibt den Jugendlichen das nötige Selbstvertrauen. Es soll versucht werden, den Jugendlichen viel brauchbares Werkzeug mit auf den Weg in die Selbständigkeit zu geben. In einem geschützten Raum werden soziale und kommunikative Kompetenzen trainiert, die im Alltag und im Arbeitsleben Anwendung finden sollen.
Mit der Videokamera werden Rollenspiele aufgenommen, um sie dann anschließend wieder anzusehen. Dieses Videofeedback ermöglicht es den Jugendlichen, ein realistisches Bild von sich selbst zu bekommen. Beim Telefonieren wird geübt, den richtigen Ton zu finden, um beim Gesprächspartner auf der anderen Seite der Leitung einen positiven Eindruck zu hinterlassen.
Teamwork steht im Vordergrund des Trainings mit allem was dazu gehört. Welche Regeln gelten in einem Team? Was ist der Vorteil von Teamarbeit? Welche Rolle spiele ich in einem Team? Was ist, wenn ich das Vertrauen vom Team missbrauche? Das sind nur einige Fragen, deren Antworten gemeinsam theoretisch und praktisch erarbeitet werden.
Die Mathildenschule ist eine Gesamtschule in der Östlichen Innenstadt von Offenbach. Die siebten Klassen kommen, in je zwei Gruppen aufgeteilt, mal mit - mal ohne Lehrer, an verschiedenen Tagen in die "Kompetenzwerkstatt" im Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum Sandgasse 26. Das ist der Raum, in dem die Trainings durchgeführt werden. Viel Zeit ist es nicht, die den Trainern bleibt: In zwei Schulstunden versuchen sie, den Jugendlichen etwas über den Ernst des kommenden Lebens beizubringen.
Dass dabei der Spaß und die Freude nicht auf der Strecke bleiben, ist erklärtes Arbeitsziel. Es darf gelacht werden, aber bitte nicht auslachen - auch beim Lustigsein gibt es Unterschiede, welche beide Trainer mit den SchülerInnen ausloten. Das Einfühlen in den Anderen spielt nicht nur hier eine übergeordnete Rolle. Grenzen einhalten, das ist nur möglich, wenn diese Grenzen bekannt sind. Grenzen, sie werden hier in der Kompetenzwerkstatt an Mädchen und Jungen vermittelt, die Lust auf das Leben haben, aber oft nicht mehr so richtig daran glauben - an das Leben, das die Erwachsenenwelt ihnen vormacht.
Für die Gefühle und Wünsche der Jugendlichen selbst Verständnis zu haben, sie ernst zu nehmen und auf sie einzugehen, eben einfühlsam zu sein, macht die Arbeit der Trainer der Kompetenzwerkstatt aus. Sie stehen den Schülern daher auch nach der Schule für persönliche Gespräche oder Beratungen zur Verfügung.






