Qualifizierung von Hauptschülern zu Stadtteil-Reportern
Integration sollte schon bei den Jüngsten anfangen, um spätere vorprogrammierte Konflikte von vornherein zu vermeiden. In Offenbachs "östlicher Innenstadt" leben überwiegend Kinder und Jugendliche nichtdeutscher Herkunft. Ihre Einbindung in Vereine oder Arbeitsgemeinschaften bietet eine Menge Möglichkeiten der Integration. Ansonsten bleibt den Kindern und Jugendlichen, neben Internet- und Fernsehkonsum, häufig nur die Strasse.
"Abhängen" und "Nichtstun" ist so für viele der einzige Zeitvertreib zwischen Schule und Elternhaus. Der eigene Stadtteil hat seinen jungen Bewohnern in der Regeln wenig attraktive Freizeitmöglichkeiten zu bieten. Da kommt das
Ganz nebenbei lernen sie ihren Stadtteil "Östliche Innenstadt" aus einer anderen Sicht kennen - aus der eines Reporters. Mit der Kamera und Mikrofon in der Hand sind sie unterwegs in den Strassen, die sie in- und auswendig kennen. Sie haben Themen im Gepäck, zu denen sie Aufnahmen machen, oder die Bewohner des Viertels befragen. Da geht es z.B. darum, ob sich im Stadtteil was ändern müsste, damit es
schöner wird oder darum, ob Gewalt eine Lösung im Umgang mit Konflikten ist.
Die Themenauswahl treffen die Jugendlichen selbst, manchmal helfen die Trainer mit möglichen Themen aus. Diese werden gemeinsam diskutiert, bevor es auf Recherchejagd geht. Das Reporterteam übergibt nach dem Filmen die Aufnahmen an das Schnittteam. Das versucht nun, aus den gelungenen Aufnahmen einen kleinen Film zu schneiden. Dieser muss dann noch vertont werden. Wird er für gut befunden, wird er im Jugendmagazin des Offenen Kanals einmal im Monat gesendet. So erreicht er ein großes Publikum. Ein Jahr lang werden die TeilnehmerInnen zu Reportern ausgebildet. Sie lernen u. a. auch wie man richtig moderiert, recherchiert und interviewt.
Da bei der Arbeit alle aufeinander angewiesen sind, ist Teamwork unerlässlich. Die Herausbildung von sozialen Kompetenzen wie Zuverlässigkeit und Verantwortung stellt einen wesentlichen Bestandteil der Arbeit als Stadtteilreporter dar. Die TeilnehmerInnen sollen aber auch lernen, sich als einen Bestandteil ihrer Umwelt zu sehen und einen kritischen Blick sowohl auf die Umgebung, als auch auf sich selbst zu richten.
Die Kamera in der Hand dient den Jugendlichen dabei als Schutz vor dem, was da vor ihr passiert. Sie gibt den Jugendlichen damit eine gewisse künstlerische Freiheit, in deren Kreis sie ihre Stärken und Schwächen ausprobieren, sich austoben können. So wird der eigene Stadtteil zum Experimentierfeld für Beobachtungen seiner selbst, soziale Kontakte werden mit Hilfe der Kamerainteraktion zu Menschen aller Art geknüpft.
Das Ergebnis: Ein Kaleidoskop an unterschiedlichsten kleinen Reportagen und Filmen, die einen Einblick in die Welt der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil "Östliche Innenstadt" erlauben - produziert von qualifizierten Nachwuchsreportern.






