Integrationslotsinnen als vorberufliches Qualifizierungsprojekt für Migrantinnen
Projektidee
Die Idee zu dem Projekt "Integrationslotsinnen" entstand aus den langjährigen Bemühungen, eine Intensivierung der Elternarbeit an der Wilhelmschule zu erreichen. Den Anstoß erhielt der Schulleiter Herr Zeyn, Leiter der Wilhelmschule, auf einer HEGISS- Fachtagung für den Bereich Schulen im Frühjahr 2003.
Als Projektvorbild galt ein ähnlich strukturiertes Projekt in Kassel. Herr Zeyn stellte dem Runden Tisch Innenstadt die Projektidee vor und fand in der VHS, dem Frauenbüro, der Leitstelle für Zusammenleben und dem Jugendamt Kooperationspartner.
Bedarfsbeschreibung
In der östlichen Innenstadt leben rund 13.000 Menschen, davon ca. 6.500 Migranten und Migrantinnen unterschiedlichster Herkunft. Die Frauen stellen mit ca. 3000 Einwohnern knapp ein Viertel der Bevölkerung in diesem Gebiet. Die Lebenssituation etlicher von ihnen ist trotz beachtenswerter Integrationsansätze der Kommune, den Trägern der Wohlfahrt, den Schulen, Kirchen und freien Verbänden von Isolation und Fremdheit in der deutschen Kultur und der deutschen Lebenssituation gekennzeichnet. Auffällig wird dies insbesondere an den Schulen.
Projektstandort Wilhelmschule
In der östlichen Innenstadt befindet sich die Wilhelmschule, eine Grundschule mit ca. 290 Schüler/innen. Die Wilhelmschule als Grundschule besteht erst seit sieben Jahren und die Schülerschaft hat einen Ausländeranteil von ca. 85%. Mit der Gründung der Schule und dem damit verbundenem Aufbau reagierte das Kollegium auf die heterogene Schülerschaft aus überwiegend sozial benachteiligten Familien mit einer eigenen pädagogischen Konzeption.
Projektziel und Zielgruppe
Das Projekt "Integrationslotsinnen" setzt an dem Wunsch der Schule an, den Zugang zu den Migrantenfamilien und sozial benachteiligten Familien insgesamt, zu verbessern. Ein weiterer Ansatzpunkt ist der Wunsch der meisten Familien nach einer gelungenen Schulbildung für ihre Kinder.
Frauen aus anderen Kulturen mit vorhandenen sprachlichen und sozialen Kompetenzen sollen als Schlüsselpersonen in der Vermittlung zwischen dem System Schule und den Kulturen der Migranten/innen dienen.
10 Frauen sind für die Teilnahme an diesem Projekt gewonnen worden. Sie verfügen über gute Kontakte und Bezüge zu den Netzwerken der verschiedenen Herkunftsländer. Für sie soll die Qualifizierung zu Integrationslotsinnen den Wert haben, ihre vorhandenen Kompetenzen auszubauen und für die Gemeinschaft einzusetzen. Durch die Übernahme dieser Rollen soll gleichermaßen Empowerment der Migrantinnen betrieben werden, das vorbildhaft für andere Frauen wirken soll.
Folgende Funktionen sollen die Integrationslotsinnen übernehmen:
Zugänge schaffen zu Migrantinnen durch aufsuchende und bedarfsorientierte Ansprache an der Schule
- Kontakte vermitteln zwischen Schule, Migrantenfamilien und sozialen Einrichtrungen
- Bedarfsorientiert Möglichkeiten der Begegnung vermitteln
- Überzeugung leisten für den Dialog zwischen Schule und Migrantenfamilien
- Vermitteln in Konfliktfällen
- Motivation bilden und Brücken bauen für Integrationsmaßnahmen und Sprachförderung
- Heranführung an schulische Maßnahmen
Die Qualifizierung der Frauen erfolgt in dem Zeitraum Januar bis Ende März 2004.
In Zusammenarbeit zwischen VHS, Wilhelmschule und dem Jugendbildungswerk wurde ein Ausbildungsplan erarbeitet der folgende Handlungsbereiche enthält:
- Orientierung in OffenbachZweisprachigkeit
- Gesprächsführung-Interkultureller Dialog
- Freizeitgestaltung / Sport
- Schule
Die Ausbildung findet vor Ort in den Räumen der Wilhelmschule, der VHS und in verschiedenen stadtteilbezogenen Institutionen statt. Parallel erfolgt die Einrichtung eines Raumes an der Wilhelmschule. Er soll als Anlaufstelle und Treffpunkt für Migrantinnen dienen und die Handlungsfähigkeit der Integrationslotsinnen unterstützen und sichtbar machen. Ab April 2004 bis zu den Sommerferien sollen die nun qualifizierten Integrationslotsinnen bedarfs- und handlungsorientiert im Rahmen ihrer Möglichkeiten die beschriebenen Funktionen ausüben. Die Gruppe soll während dieser Phase auch ein begleitendes Coaching erhalten. Zur Auswertung und Weiterentwicklung des Projekts soll die Projektgruppe nach den Sommerferien eine externe Beratung erhalten.






